Erfolgreiche Investoren treffen nicht nur gute Entscheidungen, sondern vermeiden vor allem schlechte. Fehler können beim Investieren immer passieren. Der Unterschied ist jedoch: Gute Investoren lernen daraus und wiederholen sie nicht.
Es liegt in der menschlichen Natur, beim Investieren in gewisse Fallen zu tappen. Der beste Weg zum Erfolg ist daher, aus den Fehlern anderer zu lernen, bevor du sie selbst machst (und dafür bezahlst).
Das Wichtigste in Kürze
Dieser Artikel skizziert 13 der häufigsten Fehler, die Investoren machen. Wenn du diese vermeiden kannst, steigen deine Chancen erheblich, erfolgreich Vermögen aufzubauen.
Was ist besser, als aus eigenen Fehlern zu lernen? Aus denen zu lernen, die du noch nicht gemacht hast!
Die 13 häufigsten Fehler von Investment-Anfängern
Laut einer Studie von Charles Schwab haben 15 % aller aktuellen US-Aktienmarkt-Investoren erst im Jahr 2020 angefangen.
Anfänger neigen am ehesten dazu, Fehler beim Investieren zu machen. Aber auch erfahrene Investoren treffen oft unwissentlich Entscheidungen, die ihre Performance beeinträchtigen.
In vielerlei Hinsicht ist das Investieren wie das Erlernen eines Instruments: Du machst Fehler, lernst daraus und übst weiter. Egal, ob du Klavier lernst oder investierst – der Prozess ist ähnlich.
Der Unterschied ist: Beim Investieren kosten Fehler echtes Geld. Fehler zu vermeiden, spart dir Geld. Deshalb zahlt es sich aus, sowohl durch Theorie als auch durch Erfahrung zu lernen.
Schau dir unser Video an
Was sind die häufigsten Fehler von Investoren?
Es gibt viele mögliche Stolpersteine, aber die folgenden 13 Fehler gehören zu den häufigsten und wichtigsten, die du kennen solltest.
1. Die eigenen Fähigkeiten überschätzen
Anzunehmen, dass du ein großartiger Investor bist – besonders als Anfänger ohne Erfolgsbilanz – ist eine gefährliche Denkweise.
Dieser Fehler passiert am häufigsten während Bullenmärkten, wenn die Kurse insgesamt steigen. Investoren lassen sich dann leicht täuschen und fühlen sich unbesiegbar – und halten sich oft für talentierter, als sie eigentlich sind. In guten Zeiten fällt dieser Fehler kaum auf, doch sobald ein Bärenmarkt beginnt und die Kurse fallen, kann diese Selbstüberschätzung einem neuen Investor zum Verhängnis werden.
2. Denken, dass man "reich" sein muss, um zu investieren
Du brauchst kein Vermögen, um anzufangen. Dies ist einer der am einfachsten zu vermeidenden Irrtümer. Mit Trading 212 kannst du schon ab 1 € investieren.
Jeder Investor fängt mal klein an, und dank Teilaktien (Fractional Shares) ist der beste Zeitpunkt zum Starten fast immer jetzt. Du kannst in Apple (AAPL) und andere globale Aktien investieren, indem du nur einen Bruchteil einer ganzen Aktie kaufst.
Der Zinseszinseffekt ist wie ein Schneeball, der über die Zeit immer größer wird. Beispiel: Wenn du jeden Monat 50 € in Apple-Aktien investierst, könnten daraus bei 5 % Wachstum pro Jahr über 30 Jahre hinweg mehr als 40.000 € werden.
Hinweis: Dies ist nur ein Beispiel. Die vergangene Performance garantiert keine zukünftigen Ergebnisse.
3. Keinen Notgroschen haben
Bevor du den ersten Euro investierst, solltest du Rücklagen für drei bis sechs Monate an wesentlichen Lebenshaltungskosten haben. Dies sollte auf einem Girokonto oder einem Tagesgeldkonto liegen, damit du im Notfall sofort darauf zugreifen kannst.
Der Grund: Wenn die Heizung ausfällt oder dein Auto den Geist aufgibt, willst du nicht gezwungen sein, deine Aktien (vielleicht sogar mit Verlust) zu verkaufen, um die Reparatur zu bezahlen. Der Notgroschen ist dein Sicherheitspuffer zwischen deinen täglichen Bedürfnissen und deinen langfristigen Zielen.
4. Deine Anlageziele nicht kennen
Nimm dir Zeit, deine Bedürfnisse zu verstehen. Du investierst nicht einfach nur, um Geld zu verdienen. Wichtig ist, was dieses Geld für dich repräsentiert und was es dir ermöglichen soll.
Beispiel
Nehmen wir an, du möchtest in Apple-Aktien investieren. Die Entscheidung, ob du in Apple-Aktien investierst, hängt von deinen Zielen ab. Stehst du am Anfang deiner Karriere und willst Vermögen aufbauen (Wachstum)? Dann wettest du darauf, dass der Aktienkurs von AAPL langfristig steigt.
Näherst du dich der Rente und brauchst regelmäßiges Einkommen? Dann ist die Dividendenrendite wichtiger für dich.
Ein gutes Ziel ist beispielsweise der Ruhestand. Ein solider Investmentplan kauft dir das wertvollste Gut von allen: Zeit. Zusätzliches Einkommen gibt dir die Flexibilität zu entscheiden, wann und wie viel du arbeitest. Frage dich: Wie viel brauche ich und bis wann? – Das ist dein Ziel.
Tipp: Mit der Funktion Pies & AutoInvest kannst du aus tausenden von Aktien wählen, sie in deinen persönlichen Pie packen und Ziele setzen, die zu deinem Budget passen.
5. Geld investieren, das du kurzfristig brauchst
Wenn du Geld hast, von dem du weißt, dass du es in den nächsten fünf Jahren brauchst: Investiere es nicht an der Börse.
Wer weiß schon, was der Markt in drei oder vier Jahren macht? Kurzfristig gibt es zu viele Unbekannte. Geld für eine Anzahlung auf ein Haus oder eine Hochzeit in naher Zukunft gehört auf ein Sparkonto, nicht in Aktien. Investitionen brauchen Zeit, um Marktschwankungen auszusitzen.
6. "Heiße Tipps" aus den falschen Quellen
Sei vorsichtig mit dem, was du auf YouTube und in den sozialen Medien siehst. Du solltest immer deine eigene Recherche betreiben und verstehen, was du kaufst und warum.
Alternativ kannst du professionellen Rat bei einem qualifizierten Finanzberater suchen. Aber was auch immer du tust: Nimm keine Investment-Ratschläge von irgendeinem Typen in der Kneipe oder von Leuten an, die auf TikTok tanzen!
Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.
Das ist nicht nur ein rechtlicher Pflichtsatz, es ist die Wahrheit. Nur weil eine Aktie oder Branche letztes Jahr durch die Decke ging, muss das dieses Jahr nicht so bleiben.
Wenn du von einer "tollen Aktie" hörst, die in kurzer Zeit um 100 % gestiegen ist und überall gehypt wird, ist es oft schon zu spät. Die Kunst beim Investieren liegt darin, wertvolle Vermögenswerte zu kaufen, bevor sie jeder haben will, und nicht dann einzusteigen, wenn der Preis schon am Gipfel ist (FOMO – Fear Of Missing Out).
8. Nicht diversifizieren
Sprichwort
Setze nicht alles auf eine Karte.
Wer nicht diversifiziert (streut), geht unnötiges Risiko ein.
Investiere in verschiedene Unternehmen, Sektoren und Länder. Je breiter du aufgestellt bist, desto besser bist du geschützt, wenn eine einzelne Firma oder Branche in Schwierigkeiten gerät. Das macht das Investieren auch deutlich weniger stressig.
Mit Pies & AutoInvest kannst du dein diversifiziertes Portfolio voll automatisieren. Du wählst aus über 13.000 Handelsinstrumenten weltweit und erstellst einen Sparplan, der automatisch für dich investiert.
9. Ständiges Beobachten der Märkte
Zu viele Daten verleiten dazu, ständig einzugreifen. Nachrichten ändern sich minütlich, aber das ändert meist nichts an einer vernünftigen, langfristigen Investment-Strategie.
Es gibt keinen Grund, dein Portfolio alle fünf Minuten zu checken, wenn dein Anlagehorizont fünf oder 25 Jahre beträgt.
Wenn du einen Marathon läufst, stoppst du deine Zeit ja auch nicht alle 50 Meter, oder?
10. Warten mit dem Investieren
Wenn du auf den "perfekten Zeitpunkt" wartest, um einzusteigen: Den gibt es nicht. Solange du langfristig denkst, ist der beste Zeitpunkt fast immer "so früh wie möglich". Historisch gesehen sind die Märkte über lange Zeiträume öfter gestiegen als gefallen. Das bedeutet, dass du eine Position im Markt so lange wie möglich halten möchtest.
11. Ungeduld
Investieren ist kein "Schnell-reich-werden-System!" Mangelnde Geduld führt zu den teuersten Fehlern. Gewöhne dich an den Gedanken, auf kurzfristigen Konsum zu verzichten, um dir selbst das Potenzial für Wohlstand in der Zukunft zu schenken.
12. Emotional handeln
ZITAT
Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.
– Warren Buffett
Emotionale Entscheidungen sind oft die teuersten. Es ist schwer, ruhig zu bleiben, wenn die Kurse fallen und das Depot rot leuchtet. Du musst akzeptieren, dass es Phasen gibt, in denen es bergab geht. Lass dich davon nicht von deinen langfristigen finanziellen Zielen abbringen.
13. Nicht verstehen, was du gekauft hast
Der legendäre Fondsmanager Peter Lynch sagte: Wenn du einem Zehnjährigen nicht in zwei Minuten erklären kannst, warum du eine bestimmte Aktie besitzt – dann ist es ein Fehler.
Du musst den Grund ("Investment Case") hinter deiner Entscheidung verstehen. Nur wenn du verstehst, womit ein Unternehmen Geld verdient, hast du das Selbstvertrauen, die Aktie auch in schlechten Zeiten zu halten. Wenn du beispielsweise ein Apple-Fan bist, die Produkte liebst und das Geschäftsmodell verstehst, ist ein Investment in Apple eine fundierte Entscheidung und kein Blindflug.
Zusammenfassung
Einer der besten Wege, ein erfolgreicher Investor zu werden, ist, aus Fehlern anderer zu lernen. Indem du die klassischen Fallstricke kennst – wie mangelnde Diversifikation, das Jagen von Trends oder emotionales Handeln – kannst du deine Erfolgschancen drastisch verbessern.
Selbst die besten Investoren machen Fehler. Der Schlüssel ist, sie nicht zu wiederholen, ruhig zu bleiben und langfristig am Ball zu bleiben.
Verwandte Begriffe
Bullenmarkt: Eine Marktlage, in der die Aktienkurse steigen, typischerweise angetrieben durch starkes Anlegervertrauen und Wirtschaftswachstum.
Bärenmarkt: Eine Marktlage, in der die Aktienkurse fallen, in der Regel um 20 % oder mehr, häufig begleitet von wirtschaftlichen Abschwüngen und Pessimismus.
Handelsinstrumente: Verschiedene Finanzanlagen, die auf dem Markt gekauft und verkauft werden können, darunter Aktien, Anleihen, ETFs, Rohstoffe und Derivate.
Emotionales Investieren: Anlageentscheidungen, die auf Emotionen wie Angst oder Gier statt auf rationaler Analyse basieren und häufig zu schlechten Ergebnissen führen.